Sonntag, 23. Dezember 2012

U2

Am Mittwoch, dem 3. Lebenstag des Adventsjungen, ist unser Kinderarzt zur Kinderuntersuchung "U2" zu uns nach Hause gekommen. Die Vorsorgeuntersuchungen werden in bestimmten Abständen beim Kind vorgenommen. Die "U1" findet direkt nach der Geburt statt.

Dass unser Kinderarzt einen Hausbesuch gemacht hat, ist überhaupt nicht selbstverständlich, denn in Hamburg gibt es nur ein einziges Geburtshaus und sehr wenige Hausgeburten. Das heißt, der Bedarf an Kinderärzten, die zu solch einer Untersuchung einen Hausbesuch machen, ist sehr gering. Eigentlich bleiben die meisten Frauen auch nur so lange in der Klinik,  weil noch diese Untersuchung am Kind durchgeführt werden muss. Ich glaube, dass diese Tatsache viele Frauen davon abhält, gleich nach der Geburt nach Hause zu gehen.

Als ich im Sommer in unserer Gemeinschaftspraxis nachfragte, wurde mir kein Hausbesuch in Aussicht gestellt. Das sei nicht üblich. Meine Begeisterung, im Wochenbett mit einem Neugeborenen in die Dezemberkälte und in eine volle Praxis zu gehen, hielt sich seeeehr in Grenzen. Dann ging ein alter Kinderarzt in Rente und ein junger Arzt fing in der Praxis an. Er hat auch eine kleine Tochter, die ambulant geboren wurde und war sofort bereit, uns zu besuchen. Was habe ich mich darüber gefreut!

Nun war er also in seiner Mittagspause bei uns und hat den Adventsjungen untersucht. Alles tiptop. Das Blutabnehmen für verschiedene Tests hat der Kleine auch gut überstanden (wir Eltern auch). Die nächste Untersuchung "U3" steht im Januar an. Dann werden wir in die Praxis gehen.


Kommentare:

  1. Wir haben bei Kind 2 und 3 auch den nicht selbstverständlichen Luxus einer kinderärztlichen Untersuchung zu Hause gehabt (die russischstämmige Kinderärztin fand das gar nicht so absurd wie ihre Sprechstundenhilfen ...). Es ist schön, wenn man nicht darüber nachdenken muss, welche Rhino- und Gastroenteritisviren das Baby wohl gerade im Wartezimmer inhaliert ;-) ...

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  2. Oh, da werde ich doch glatt neidisch - wir sind bzw. mußten nämlich Ende November raus in die Kälte. Hatten uns allerdings 8 Tage Zeit gelassen und saßen glücklicherweise im so gut wie leeren Wartezimmer.
    Zuhause stelle ich mir allerdings noch schöner vor *hach*
    Naja, und 2 Tage später ging es noch extra zum Hörtest...
    Dennoch würde ich immer wieder ambulant entbinden :-)

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  3. Ihr habt es verdient, dass ihr diesen Luxus genießen dürft.

    Ich persönlich finde das gar nicht so abwegig, dass nach einer Hausgeburt auch die erste "Nachsorge-Betreuung-Untersuchung" zuhause stattfindet. Aber gut, da hab ich wieder was gelernt ;-)

    Und noch viel toller ist, dass es dem neuen Erdenbürger so gut geht :-)

    Weiterhin viel Spaß beim Kuscheln und Kennenlernen.

    Liebe Grüße,
    Cornelia

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  4. Oh wie schön.
    Mein Kinderarzt in Potsdam macht U2 auch zu Hause. Bei der Apfelina war es ja dann aber so, dass sie wegen der starken Gelbsucht in der Klinik war und da wurde dann die U2 gleich gemacht.

    Dieses Mal wird sich vermutlich niemand finden der zur U2 nach Hause kommt.
    Und wenn dem so ist, werde ich diese einfach ausfallen lassen. War ein Anstoß meiner Hebamme.
    Das Wichtigste kann sie auch abdecken und mittlerweile bin ich von der Notwendigkeit der ganzen U-Untersuchungen allgemein nicht mehr überzeugt.

    Alles Liebe für Euch.

    Tina

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  5. Danke, dass Du hier eine so tolle Lanze für Hausgeburten brichst! Das wollte ich doch schon lange loswerden!

    Ansonsten: Bei uns war die Kinderärztin auch schon zweimal zu einer U 2. Ich habe es als ganz besonderen Luxus empfunden, dass sie kam und dafür eine Fahrt von 20 km (einfach) in Kauf nahm. (wir haben es mit einer Flasche Wein und beim zweiten Mal mit Schokolade gedankt).

    Kathrin

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  6. Toll!!! Nicht nur zur Hausgeburt, sondern auch, dass du das Glück hast auch noch einen Kinderarzt gefunden zu haben, der so viel Verständnis hat und einen Hausbesuch macht. Was früher durchaus üblich war. Freue mich mit euch, das alles in Ordnung ist.

    Ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest wünscht euch,

    Kathrin (über den großen Teich)

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  7. Oh, auf die Idee, unsere Kinderärztin um einen Hausbesuch zu bitten, wäre ich damals gar nicht gekommen.
    Als von immerhin 21 Jahren mein erster Sohn geboren wurde, hat mich eine Klinikhebamme als "verstockt" beschimpft, weil ich 36 Stunden nach der Geburt nach Hause ging. (Und mein Neugeborenes, aus dem sie nach dem Stillen kein Bäuerchen herausklopfen konnte,als "genauso verstockt, wie die Mutter" - heute kann ich darüber lachen...)
    Zu U2 mußten wir in die Arztpraxis, durften jedoch nach telefonischer Vorankündigung direkt, also ohne Umweg über das Wartezimmer, in den Untersuchungsraum gehen, kamen postwendend an die Reihe und waren schnell wieder zuhause.
    Mit diesem Service war ich vollauf zufrieden.
    Und in 3 Stunden habe ich mein damaliges Neugeborenes, seinen jüngeren Bruder und meine Ma bei mir unterm Tannenbaum.
    Hach, wer hätte sich das damals alles mal so entspannt vorstellen können?
    Dir wünsche ich genußvolle und gesegnete Weihnachtstage.
    Frohe Claudiagrüße

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  8. oh wie schön, unser Kinderarzt hätte es auch gemacht. leider war es uns bei keinem der beiden vergönnt. Wir haben das volle Programm mit Kaiserschnitt mit Vollnarkose und 8 Tage KH "genossen". Aber ich finde es klasse, wenn man den Mut hat und es alles so prima klappt.

    LG und weiterhin eine schöne Kennenlernzeit
    Annette

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  9. Mein Chef macht auf Wunsch auch die U2 zuhause.
    Find ich toll und sollte jeder Familie überall möglich sein.

    Viele Grüße
    Amelie

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  10. Bei meiner Geburtshausgeburt vor 8 Jahren sind wir zur U2
    auch zum Arzt gefahren. Der war damals völlig schockiert und
    positiv überrascht wie gut der Kleine drauf war. Diesmal war es
    eine abgebrochene Hausgeburt. Aber ich bin sofort nach der
    Geburt nach Hause. Was die im Krankenhaus natürlich entsprechend
    kommentiert haben. Aber mit meinem Kinderarzt habe ich diesmal
    einen Hausbesuch zur U2 ausgemacht. Er kennt uns ja nun schon lange
    und ist mittlerweile nicht mehr geschockt :-)))
    Naja, es ist schade, dass man sich mit den Hausgeburten nicht ein
    Beispiel an Holland nimmt.
    Ganz viele liebe Grüße Urte

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